So wie sich Zombies gerne in ihre Opfer verbeißen und schwer abzuschütteln sind, so haben sich die Untoten auch in der Populärkultur eingenistet. Der Claim des ersten Zombie-Films White Zombie (1932) »She was not alive nor dead…just a White Zombie« gab die Richtung für die nächsten Jahrzehnte vor. Der in einer Zwischenwelt gefangene, von einer fremden Macht gesteuerte Organismus war Haupt oder Nebenfigur vieler hundert Filme bis in die Gegenwart, wo er Teil des Mainstreams wurde. Das zeigt sich an einer erfolgreichen Serie wie The Walking Dead, am Vampirepos True Blood, das sich in seiner nächsten Staffel dem Reiz des entstellten lebenden Toten nicht entziehen kann, an Kinohits wie 28 Days Later, 28 Weeks Later oder zuletzt am Blockbuster World War Z. World War Z war als düstere Trilogie angelegt und wurde zu einer beinahe kindgerechten, sündhaft teuren Farce mit Happy End. Zombies verkommen hier zur Staffage für Effekthaschereien. Mit der Vorlage World War Z: An Oral History of the Zombie War von Max Brooks, hatte der Film nur noch wenig zu tun. Brooks’ Bestseller untersucht die Folgen eines weltweiten Kampfes gegen eine Zombieseuche und was er für den Zusammenhalt der Nationen, die globale Machtbalance, Gesellschaften und Politik bedeutet. Von diesem analytischen, tiefgreifenden Ansatz blieb in World War Z nichts mehr übrig.

Anders ist das bei David Wong, der eigentlich Jason Pargin heißt und Redakteur bei der sehr erfolgreichen Satire-Website »cracked.com« ist. Wong nimmt die Geschichte und Feinheiten des Zombie-Genres durchaus ernst und gilt auch deswegen als neuer Liebling der Horrorfans. Sein erstes Buch, die Horror-Komödie John Dies at the End, startete als Online-Serie und war so erfolgreich, dass sie danach als Hardcover veröffentlicht wurde und sich über 60000 Mal verkaufte. 2012 wurde das Buch mit Paul Giamatti verfilmt. David Wong erzählt die Geschichte von David Wong, also seine eigene, der in einem Kaff im Mittleren Westen lebt und mit einem Freund die psychoaktive Droge »Soja Soße« ausprobiert. High haben sie Zugang zu einer verborgenen Welt, und was sie sehen, finden sie weniger gut. Denn Monster und Dämonen bedrohen ihre Heimatstadt, nur auf »Soja Soße« kann man sie wahrnehmen. Und das Böse steht kurz vor dem Angriff auf die Menschheit. Der Kampf beginnt und wird nun in Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker fortgesetzt. Dieses Mal sind es bedrohliche Spinnen, die vom Menschen Besitz ergreifen und ihn zur willenlosen Marionette machen. David Wong und mit ihm die ganze Menschheit wird von Monstern verfolgt, die, wie schon vor 80 Jahren die »White Zombies«, dem Menschen ans Fleisch wollen. Vor den Untoten gibt es kein Entrinnen, plötzlich sind sie überall, und trotzdem kann man sich gegen sie wehren, wie die folgenden zwei Beispiele zeigen:

Voodoo-Zombie

Warum Zombie?
Der Zombie wurde durch einen Bokor (Voodoo-Priester) zum Leben erweckt. Seine Seele gehört dem Bokor, er kontrolliert ihn. Der Zombie ist willenlos, auf Töten programmiert.

Wie schnell?
Sie humpeln in Schrittgeschwindigkeit.

Wie töten?
Am besten man bringt den Bokor um, Kugeln und Messer halten den Untoten kaum auf.

Was sagt uns der Zombie?
Der Voodoo-Zombie ist der Ur-Vater aller Zombies. Er kommt aus der Karibik und inspiriert bis heute viele Zombies, die ihm in Look und Haltung folgen.

Taucht auf in:
Victor Halperins White Zombie (1932)

Spinnen-Zombie

Warum Zombie?
Eine Alien-Spinne injiziert dem ahnungslosen Menschen ein Gift und nistet sich in seinem Kopf ein. Von nun an sitzt sie im »Driver’s Seat« und steuert ihre Opfer.

Wie schnell?
Recht schnell, deswegen ein unangenehmer Gegner.

Wie töten?
Der Kopf muss vom Körper getrennt werden. Also ist eine Kettensäge die Waffe der Wahl. Kopfschuss hilft nur, wenn man durch das Einschussloch einen Chemiecocktail schüttet.

Was sagt uns der Zombie?
Der Spinnen-Zombie ist eine Abwandlung vom Voodoo-Zombie, nur radikaler, direkter. Man könnte ihn auch als Synonym für schwere psychologische Störungen lesen.

Tritt auf in:
David Wongs Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker (2014)

Spinne