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»Es ist dringend notwendig, dass dieses Buch in die Hände vieler Menschen kommt! Es ist mehr als ein Roman.« Die Literarische Welt

Georg Fink

Mich hungert

14,5 × 21 cm
300 Seiten

ISBN: 978-3-8493-0093-7

Februar 2014

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Inhalt

Von Thomas Mann zu einem der wichtigsten Bücher des Jahres gekürt, von der Presse begeistert gefeiert, war Mich hungert das literarische Ereignis des Jahres 1929. Das Buch wurde ein riesiger Erfolg. 40.000 Exemplare verkauften sich binnen kürzester Zeit. Es wurde in 13 Sprachen übersetzt. 1933 von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt, wird dieser großartige Roman, nach Jahrzehnten, in denen er nicht lieferbar war, nun endlich wieder zugänglich gemacht.

Im Mittelpunkt von Finks vielschichtigem Roman steht die Lebensgeschichte des Halbjuden Theodor König, der in bitterster Armut inmitten des nichtjüdischen Proletariats Berlins aufwächst. Theodors Erinnern und damit auch der Roman setzen ein, als der gewalttätige und vom Alkohol gezeichnete Vater den kleinen Jungen an einem Herbstabend den Armen der Mutter entreißt, auf die regennasse Straße trägt und ihn zwingt zu betteln. Mich hungert, muss Theodor den Vorübergehenden sagen. Als die ersten Münzen den schäbigen Hut füllen, lässt der Vater den Jungen allein, und erst Stunden später findet die Mutter das verstörte Kind inmitten des städtischen Molochs.

Beinahe klaglos erträgt Theodor die Demütigungen und Gewaltexzesse seines Vaters, stellt sich schützend vor seine beiden Geschwister, flüchtet sich in die Liebe zu seiner Mutter und wird zum Wanderer zwischen den Welten: Hier das Elend und die Rohheit der oft entmenschlichten Kreatur-

en, die ihn in der erbärmlichen Mietskaserne und auf den Straßen umgeben, dort die Schönheit von Musik, Bildung und Literatur, der er in der Villa des Fabrikanten Falk begegnet – weil jener sich des begabten Jungen angenommen hat. Ganz lösen mag Theodor sich von seinen Wurzeln indes nie. Er kann es auch nicht – zwar weiß er sich formvollendet in der Welt der Privilegierten zu bewegen, aber er gehört nicht zu ihnen. Ebenso wenig wie zu jener Welt, der er entstammt. Auch hier bleibt er zeitlebens Fremder, bewundert zwar, doch ungeliebt.

Finks Roman erzählt von der Kriegs-, Nachkriegs- und Inflationszeit, von Hunger und Elend, der Gier nach Leben, der Suche nach Liebe und moralischer Integrität. Dieses Buch ist Familienroman und Epochenroman und gleichzeitig eine Chronik deutscher Geschichte. Seine Kraft schöpft Finks Prosa aus einem Erzählton, der menschlich, mitfühlend und zugleich präzise und authentisch ist, wenn es um das Schicksal seiner Helden und des Milieus geht, in dem sie leben. Ausschweifend, fordernd und nicht ohne Opulenz wird sein Stil da, wo er über Mutterliebe, Glauben, Ethik und moralische Grundsätze schreibt – die Kombination von beidem sei, so schrieben einige Rezensenten damals, ein herausragendes Beispiel jüdischer Erzähltradition und damit eine Bereicherung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Auch sie gibt es zu entdecken in diesem großen Roman.

Autor

Heute gilt als bewiesen, dass es sich bei dem Namen Georg Fink um das Pseudonym des jüdischstämmigen Schriftstellers Kurt Münzer handelt, der, 1879 in Gleiwitz geboren und 1944 in Zürich verstorben, zwischen 1905 und 1930 sehr erfolgreich mehr als 20 Bücher (Romane, Novellen, Kurzgeschichten) sowie Theaterstücke veröffentlichte.

Pressestimmen

»Georg Finks Drama des begabten Kindes, das dieser Georg König, ein Buchhalter, aus der aktuellen Gegenwart rückblickend erzählt, umspannt das erste Drittel des Jahrhunderts, ist von melodramatischer, mal weinerlichem, mal trotzigem Zillismus.«
ZEIT online

»Man kann sich dieser Geschichte nicht entziehen. […] Mich hungert zeigt herzergreifend und dennoch sachlich-nüchtern ein Leben in Armut wie es heute in Deutschland unvorstellbar ist.«
Münchner Merkur

»Das Buch hat auch hundert Jahre nach Beginn des Krieges nichts von seiner Kraft verloren. Es erzählt eine universelle Geschichte über Armut und Hoffnungslosigkeit und über die, die am Ende immer verlieren. Auch heute noch. […] Die Wiederentdeckung lohnt.«
NDR Kultur

»Packend, ergreifend, zeitlos. Deswegen eine wunderbare Wiederentdeckung. Man kann das lesen, als wäre es gerade erschienen.«
RBB Radio 1

»Dieses Buch ist ein Muss.«
Leipziger Volkszeitung

»[Ich] finde […] es total stark und berührend, diesem jungen Haupthelden in seine Welt zu folgen, seine Alltag zu erleben, seine Armut, seinen Kampf ums Überleben. Und wieder sehe ich Berlin mit völlig anderen Augen!«
FluxFM

»Ein bewegender Roman.«
Zitty Berlin

»Was für mich die Bedeutung des Romans, die Zeitlosigkeit, die unbedingte Notwendigkeit, dieses Buch lesen zu müssen, ausmacht, ist dass er zeigt, wie ein Kind in Armut aufwächst.«
RBB Radio 1

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