Metrolit

»Ein Geniestreich«

Süddeutsche Zeitung

Platz 2 der SWR-Bestenliste im Juli / August

Charles Haldeman

Der Sonnenwächter

Roman

Aus dem Amerikanischen von Egbert Hörmann und Uta Goridis
Mit einem Nachwort von Martin Meyer
14 × 21,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
335 Seiten

ISBN 978-3-8493-0099-9

Mai 2015

25,00 €

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Inhalt

»Der Sonnenwächter« erzählt einerseits den abenteuerlichen und verschlungenen Lebensweg von Stefan Brückmann, der in den 1920er Jahren als Sohn einer Berlinerin und eines Vaters, der zu den Roma gehört, unweit von Berlin zur Welt kommt. Andererseits schildert er das Leben im kriegszerstörten Deutschland der 1950er Jahre. Zudem ist Haldemans furioser Roman ein Schlüsselroman über den Poeten und Verleger Rainer Maria Gerhardt, einem der wohl bedeutendsten Vermittler zeitgenössischer amerikanischer Literatur und Lyrik im frühen Nachkriegsdeutschland.
Zur Handlung: Nach dem frühen Tod der Eltern wächst Stefan Brückmann bei Verwandten des Vaters auf und bereist mehrere europäische Länder, bis er verhaftet und nach Auschwitz deportiert wird. Er überlebt, wird aber nach dem Krieg erneut interniert, dieses Mal in einem amerikanischen Lager für »displaced persons«. Dort lernt er Moon, einen ehemaligen GI kennen, der ihn adoptiert und mit dem er in die Vereinigten Staaten reist.
Drei Jahre später beschließt Stefan Brückmann nach Europa zurückzukehren. Sein Weg führt ihn über mehrere Stationen schließlich nach Heidelberg, wo er studiert.
Er verliebt sich in die Witwe eines begabten deutschen Lyrikers, der sich einige Zeit vorher das Leben genommen hat. Als seine Liebe nicht erwidert wird, begibt Brückmann sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und seiner Identität.

Als »Der Sonnenwächter« vor über fünfzig Jahren erschien, wurde das Buch begeistert aufgenommen und in kurzer Zeit in sieben Sprachen übersetzt. Eine deutschsprachige Ausgabe fehlte bis heute.
Dabei ist die hier geschilderte Odyssee und Spurensuche des Roman-Helden Stefan Brückmann eine zutiefst deutsche Geschichte. In ihr wird der Schrecken von Krieg und Verfolgung ebenso erzählt wie das Wiedererwachen der Intellektualität im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre und der Aufbruch in die Moderne. Ein kraftvoll und mutig komponiertes Buch eines virtuosen Erzählers.
»Ich erwachte, und es war Sommer. Drei Wochen lang stand alles auf der Kippe; ich war völlig weg vom Fenster, absolut bewegungslos bis auf einen rasenden Herzschlag, als ob ich im Schlaf schnell gelaufen wäre. Ich erinnere mich an gar nichts, aber es würde mich keineswegs überraschen, wenn es das war, was ich tat – um mein Leben rennen.«

Verlagsleiter Peter Graf über den Roman

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Autor

Charles Haldeman, 1931 in Pickens, South Carolina, als Sohn Deutscher Auswanderer geboren, studierte Geisteswissenschaften in den USA, diente dann bei der US-Navy, bevor er in Heidelberg sein Studium fortsetzte. Mitte der 1950er Jahre reiste er durch Europa und ließ sich schließlich in Athen nieder, wo er an den American Community Schools unterrichtete. »Der Sonnenwächter« (»The Sun’s Attendant«) erschien 1963 zunächst in England. Es folgten zwei weitere Romane sowie das Drehbuch zu einem Film. Haldeman starb 1983.

Pressestimmen

»Wie eine Blüte öffnet sich dieser Roman bei jeder Lektüre ein bisschen weiter, wird von Mal zu Mal schöner und prächtiger. Und ja, man liest die vielen eindrucksvollen Stellen dieses aus Seelensplittern zusammengepuzzelten Textes mehrmals, weil man sich einfach nicht von ihnen trennen mag.«
Maik Brüggemeyer, Rolling Stone

»Der Sonnenwächter ist ein grandios komponiertes Puzzle«
Jürgen Lentes, Kreuzer

»Das liest sich […] so, als sei der frühe Heinrich Böll zusammen mit Jack Kerouac durch Heidelberg gefahren.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»In diesem Buch tritt einem die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf ungeheure Weise vor Augen, in einer mal kristallinen, mal waghalsigen, aber immer dichten und packenden Sprache. Ein Geniestreich.«
Süddeutsche Zeitung

Hier geht es zur SWR-Bestenliste Juli / August

»Eine literarische Entdeckung für Deutschland ist Der Sonnenwächter von Charles Haldeman.«
BuchMarkt

»Sehr stark und mächtig. […] das hat mich wirklich fasziniert.«
Gerwig Epkes auf SWR 2

»Wie wichtig und literarisch gelungen!«
RBB Radio Eins

»Ein sehr scharfes Zeitbild der 50er Jahre und auch ein Bild des 20. Jahrhunderts. […] Der Roman nutzt alle Formen, die avantgardistisches Erzählen zur Verfügung hat.«
SWR2

»Das Buch passte in seiner Entstehungszeit in kein Schema, spielte es doch mit den zeitgenössischen Formen des Fragments, der offenen Fragen. […] Jetzt ist es eine Wiederentdeckung.«
Deutschlandradio Kultur

»Man liest den Roman wie ein Dokument, das unerwartet aus der Vergangenheit zu uns herüberragt, und der Leser selber wird zu einem Zeitreisenden in eine uns seltsam ambivalent und fern scheinende Nachkriegsmoderne.«
WDR 3

»Der Text trifft dich mit einer Wucht, wie ich es selten erlebt habe.«
FluxFM

»Der Sonnenwächter ist mehr als ein neuer Roman, es ist Literatur in Vollendung.«
Times Literary Supplement

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