Eigentlich heißt er ja Victor Allen Crawford III , was ihm aber nicht prätentiös genug war. Zum Dandysein gehört Heuchelei, mehr Schein als Sein, deswegen Lord Whimsy. Er arbeitet als Autor und Illustrator und ist sich seines Narzissmus bewusst. Der Enge New Yorks zieht er einen Landsitz im Umland von New Jersey vor. Er zelebriert die große Geste des flamboyanten Auftritts, von Kopf bis Fuß im Style, vom Zylinder über den perfekten Prince-Albert-Krawattenknoten bis zu den Schuhen, die bis in den Orbit glänzen. Er will Freude erzeugen, mit seiner Dekadenz die Leute unterhalten und sie inspirieren, vielleicht auch mal ein Einstecktuch zu tragen oder einen Bart wie Errol Flynn. Nach den glattrasierten 90er Jahren wuchert ja das Gesichtshaar seit einiger Zeit wieder in hippiesker Fülle, meistens in Form eines Vollbarts. Doch jedem Mann stehen noch viele andere Varianten zur Verfügung, um seine Stimmung, seine Einstellung und Haltung über seine Rasur seinen Mitmenschen zu offenbaren. Welche, das zeigt Lord Whimsy im folgenden Ausschnitt seines Buches »Die Kunst mit einem Hummer spazieren zu gehen«:

Haarigkeit

(Abb. 17) NACH HAARIGKEIT GEORDNET: a) Koteletten; b) Captain- Kirk-Koteletten; c) Josephine-Baker-Bart; d) der Poirot; e) Kinngardine oder der Jock O’Paddy; f ) Wittelsbacher; g) Anker; h) à la Souvarov; i) der Dalí; j) kaiserlicher Schnauzer; k) Backenbart; l) der Musketier; m) der Napoleon III; n) Backenschnauzbart; o) der Balbo-Bart; p) Ziegenbart; q) der Hulihee (hawaiianisch für: dreh um und flieh); r) der akkurate Vollbart; s) der Van Dyck; t) der French-Fork-Vollbart [die Heugabel]