Natürlich ist ein Buch, das sich auf über 200 Seiten damit beschäftigt, wie man 
am besten und schönsten einen Bleistift spitzt, lustig. Es erscheint absurd, mit welcher Ernsthaftigkeit David Rees im Ton und Stil von Handbüchern des frühen 20. Jahrhunderts die verschiedenen Methoden des Bleistiftspitzens beschreibt – vom Taschenmesser über den handbetriebenen, mechanischen ein- oder mehrklingigen Spitzer bis zum Experiment mit den eigenen Zähnen. Und doch ist »Die Kunst einen Bleistift zu spitzen« kein bloßer Klamauk, sondern eine sehr intelligente und kunstvolle Humoreske, die den Kult des Selbstgemachten liebevoll belächelt und gleichzeitig die Sehnsucht nach Authentizität mit großer Geste bedient.
Ein Buch also, das handwerkliche Raffinesse mit metaphysischem Tiefgang verknüpft. Und wen wundert es da, dass das Ganze auch einen wahren Kern hat. David Rees betreibt tatsächlich eine Bleistiftspitz-Manufaktur. Man kann ihm einen Stift schicken, und er spitzt ihn, für 35 Dollar das Stück. Im Folgenden sehen Sie, wie er sich auf seine Arbeit vorbereitet: